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Die Gesetzliche Rentenversicherung
Private Vorsorge
Betriebliche Altersvorsorge
Vermögenswirksame Leistungen (VWL)

Die gesetzliche Rentenversicherung

Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Die Rente ist zwar sicher, aber ebenso sicher nicht ausreichend. Diese Tatsache war auf Grund der demographischen Entwicklung in Deutschland bereits in den neunziger Jah­ren absehbar, als noch viele Politiker beschwichtigende Erklärungen abgaben. Denn das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung, bei dem die Rentenbeiträge der geburtenschwachen jüngeren Jahrgänge die Renten der geburtenstarken älteren Jahrgänge finanzieren müssen, stößt mehr und mehr an seine Grenzen.

Die Folgen sind bekannt: Absenkung des Renten-Niveaus, Nullrunden bei den Rentenerhöhungen, die aber als Inflationsausgleich dringend benötigt würden sowie die Erhöhung des Regel-Rentenalters auf 67 Jahre. Das Ende der Fahnenstange ist mit diesen Einschnitten sicherlich noch nicht erreicht.

Und so dringt mehr und mehr in das öffentliche Bewusstsein: Jeder von uns ist selbst gefordert, erhebliche eige­ne Anstrengungen zu unternehmen, sein Leben im Alter in finanzieller Hinsicht abzusichern. Auch die Politiker beginnen umzudenken. In den letzten Jahren wurde zum Ausgleich für Rentenkürzungen die staatliche Förde­rung intensiviert. Verschiedene Anreize sollen erreichen, dass sich die Bevölkerung um dieses wichtige Thema verstärkt kümmert und etwas für die Versorgung im Alter unternimmt.

 

Die Krise der gesetzlichen Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren. Berufstätige finanzieren mit ihren Beiträgen die Renten der Leistungsempfänger. Häufig spricht man deshalb auch von einem Generationen­vertrag, denn die jüngere Generation kommt für die Älteren auf. Schaut man sich jedoch die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in den letzten fünfzehn Jahren an, so ist sie gekennzeichnet durch eine Abfolge von Maßnahmen zum Leistungsabbau.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Aufgrund sin­kender Geburtenraten und steigender Lebenserwar­tung verschlechtert sich das Verhältnis von Beitrags­zahlern zu Rentnern stetig. Die Finanzierungsprobleme der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversiche­rung verschärfen sich laufend, der Generationenver­trag ist gefährdet. Auch längere Ausbildungszeiten, eine steigende Arbeitslosenquote, das niedrige Ren­teneintrittsalter und Vorruhestandslösungen haben zu den Finanzierungsschwierigkeiten der gesetzlichen Rentenversicherung beigetragen.

Zum Ausgleich wurden bereits einige Maßnahmen er­griffen. Dazu zählt die Absenkung des Rentenniveaus, die Nichtanrechnung von Schul- und Studienzeiten, Nullrunden bei den Rentenanpassungen sowie die Anhebung des Regelrentenalters auf 67 Jahre. Und die Zeitbombe tickt weiter. Die Durchschnittsrente von Neu-Rentnern liegt derzeit bei ca. 850 Euro und wird nach aktuellem Rentenrecht bis zum Jahr 2023 auf das Grundsicherungsniveau von derzeit gut 600 Euro ab­sacken. Ab 2023 sind Durchschnittsrentner also An­wärter auf Leistungen der Grundsicherung.

 

Die Neuregelung der Altersvorsorge durch das Alterseinkünftegesetz

Mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) wurde ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes um­gesetzt. Das hatte die unterschiedliche Besteuerung von Renten und Beamtenpensionen gerügt und den Gesetzgeber aufgefordert, bis zum 1. Januar 2005 eine verfassungskonforme Neuregelung zu schaffen. Mit dem AltEinkG wurde die Besteuerung der gesetz­lichen Rentenversicherung an die Besteuerung von Beamtenpensionen herangeführt. Das Ergebnis ist nicht weniger als ein grundlegender Systemwandel.

Als Konsequenz werden ab dem Jahr 2040 die ge­setzlichen Altersrenten von Neu-Rentnern voll besteu­ert. Im Gegenzug bleiben die Beitragsaufwendungen während des Berufslebens steuerfrei. Für Rentenbeginne vor 2040 gibt es Übergangsregelungen. Um die Belastung von Bestandsrentnern und rentennah­en Jahrgängen beim Umstieg auf das neue System so niedrig wie möglich und „sozialverträglich" zu halten, orientiert sich der zu versteuernde Anteil der Alters­renten am Jahr des erstmaligen Rentenbezugs. Der zu versteuernde Teil der Rente wurde für das Jahr 2005 auf 50 Prozent der Bruttorente festgesetzt. Er steigt jedes Jahr um 2 Prozent bis zum Jahr 2020, danach bis zum Jahr 2040 um 1 Prozent jährlich. Für Neu­zugänge werden derzeit (2011) 62 Prozent der Rente zur steuerlichen Veranlagung herangezogen. Wichtig zu wissen ist, dass der bei Rentenbeginn festgelegte Steueranteil festgeschrieben wird. Nach Rentenbeginn gibt es also keine nachträgliche „Steuererhöhung".

Im Gegenzug können Beiträge für die gesetzliche Ren­te und die Basis-Rente bis zu einer Grenze von 20.000 Euro (Ehepaare 40.000 Euro) steu­ermindernd geltend gemacht werden. Im Jahr 2005 waren bereits 60 Prozent dieses Betrages steuerfrei. Dieser Anteil steigt jedes Jahr um 2 Prozent bis zum Jahr 2025, wo der Aufwand zu 100 Prozent bis maxi­mal 20.000 Euro steuerlich voll absetzbar ist.

Fazit: Eine höhere Besteuerung der zukünftigen Ren­ten bedeutet für Sie, dass Sie mehr ansparen müssen, um die gleiche Nettorente zur Verfügung zu haben. Doch die neuen steuerlichen Regelungen haben auch eine erfreuliche Seite: Durch die staatliche Förderung gewinnen Sie neuen finanziellen Spielraum, um für das Alter vorzusorgen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Chancen für sich am besten nutzen.